· 

Zusammenfassung des Live Wedding Talks vom 01.04.2020


Im Gespräch mit Jana Weisbrich Photography

Thema:

 

Was ist Storytelling bzw. eine Hochzeitsreportage?

  • Preise
  • Planung im Vorfeld
  • Bildbearbeitung & was Fotografen gar nicht gern hören

 

Fakten über meinen Gast Jana

 

Jana ist Hochzeitsfotografin und in Halle / Saale ansässig.

Für ihre Brautpaare ist sie nicht nur deutschlandweit tätig, sondern wird für ihren Bohemian Style auch über die Landesgrenzen hinaus gebucht.

Vor zwei Jahren war Jana selbst Braut und kann daher ihre persönlichen Erfahrungen sehr gut in ihr fotografisches Dasein einfließen lassen.

Jana Weisbrich / Photo: Carina Müller Photography
Jana Weisbrich / Photo: Carina Müller Photography

 

Was ist Storytelling bzw. eine Hochzeitsreportage?

 

Bei einer Hochzeitsreportage wird das Brautpaar inklusive Hochzeitsgesellschaft den ganzen Tag fotografisch begleitet.

Durchschnittlich ist Jana Weisbrich Photography 8 - 10 Stunden am Hochzeitstag anwesend.

Aber was ist nun das Besondere am so genannten Storytelling? Die langen Einsatzzeiten?

 

Nein, natürlich nicht ;)

Beim Storytelling möchten die Fotografen anhand von Fotos eine Geschichte erzählen. Emotionen, Momente und die vielen wundervollen Details einer Hochzeit werden fotografisch eingefangen. So das der Hochzeitstag auch noch in ferner Zukunft in Erinnerung gerufen werde kann. 

Dabei liegt der Fokus darauf Momente einzufangen, die spontan und nicht gestellt sind. Es entsteht der typische Reportage-Charakter. Der Fotograf/ die Fotografin nimmt die Haltung eines stillen Beobachters ein, ohne in den allgemeine Ablauf einzugreifen. 

Abgesprochene und gestellte Fotos gibt es nur noch bei den Gruppenfotos oder vereinzelt beim Brautpaarshooting. Ansonsten wird alles fotografiert, was sich im Laufe des Hochzeitstages spontan ereignet. Authentisch, spontan und individuell - entsprechend jedem Brautpaar und seiner Feiergesellschaft. 

Kein Wunder also, dass Jana am Ende einer jeden Reportage ihren Brautpaaren zwischen 500 - 700 bearbeitet Fotos zukommen lässt.

Die Anzahl der geschossenen Fotos pro Hochzeitstag sind natürlich bei weitem mehr.

 

(Mir stellt sich dabei die Frage, was man mit all den Fotos macht und wann man sich diese in solch Umfang erneut anschaut!?)

 

 

Fotos: Jana Weisbrich Photography




 

Preise

 

Für einen guten Fotografen sollte ein Budget ab mindestens 1.500,00 EUR (zzgl. Reise- & Übernachtungskosten) einkalkuliert werden. Nach oben sind dem keine Grenzen gesetzt.

Wir reden hier von einem Fotografen im Hauptberuf, der ausschließlich mit der Fotografie seinen Lebensunterhalt verdient.

Janas Tagessatz für eine Hochzeitsreportage startet bei 2.200,00 EUR.

Klingt ermaß viel? Bei genauerer Betrachtung ist es das nicht.

 

In unserem Live Wedding Talk haben wir über die Preisgestaltung gesprochen.

  • Wie setzten sich die Stunden- & Tagessätze zusammen?
  • Warum ist es vermeintlich viel Geld  bzw. eine Summe, bei deren Anblick viele Brautpaare erst einmal nicht schlecht gucken?
  • Welcher Arbeitsaufwand / Kosten / Equipment verstecken sich tatsächlich dahinter?

 

Zu diesem Thema hat Jana Weisbrich schon einmal einen ausführlichen Blogbeitrag verfasst in dem sie das allgemeine Preisgefälle der Fotografenszene erklärt und anhand von Auflistungen und Rechenbeispielen eine Übersicht verschafft. 

In unserem Gespräche wurde schnell klar, dass ein Fotograf nicht nur am Hochzeitstag tätig ist. Im Vorfeld finden Absprachen statt, es werden E-Mails mit dem Brautpaar geschrieben, das Equipment muss vorbereitet werden, dann kommt der eigentliche Einsatz am Hochzeitstag und ach ja, die über 1000 Fotos (wir erinnern uns ;) wollen gesichtet, sortiert und final bearbeitet werden. 

Zur Bearbeitung einer Hochzeitsreportage benötigt Jana durchschnittlich nochmal ca. 35 Stunden.

35 Stunde denke ich mir - wow, das ist bei anderen fast eine ganze Arbeitswoche.

Und das alles "neben" den Hochzeitswochenenden.

 

Mir als Wedding- und Eventplanner geht es ähnlich. Ich weiss wie viel versteckte Vor- und Nacharbeit tatsächlich hinter einem Event steckt und dieser Zeitaufwand von vielen gar nicht bedacht wird. Bei Fotografen und anderen Dienstleistern ist es identisch. 




 

Bildbearbeitung

 

Oder die Frage: Bin ich Hochzeitsfotograf oder erstelle ich Beautykampagnen für die VOGUE?

 

 

So oder so ähnlich muss es wohl des öfteren auf Hochzeiten zugehen.

Das bei einigen der Brautpaarfotos verstärkt eine Retusche vorgenommen wird versteht sich von selbst. Jedoch wird dabei nicht übermäßig an Gesichtsformen, Körperstaturen oder -umfängen gearbeitet, denn schließlich soll jeder einzelnen auch noch als selbiger zu erkennen sein und eine neue Nase oder 20 Kg weniger sind eventuell in Hochglanzmagazinen Standard nicht aber in einem klassischen Storytelling. 

Zumal es beim Storytelling um das einfangen der natürlichen, ungestellten Momente ging - wir erinnern uns?

Das die Retusche von kleinen Makeln selbstverständlich ist versteht sich von selbst. Denn welche Frau kennt es nicht!? Nie erscheint eine Hautunreinheit, außer natürlich an solch wichtigen Daten, und dann prangert solch ein Pickel auch noch mitten auf der Stirn. Gut das die Rettung in Form ein Visagistin naht und spätestens nach der Bildbearbeitung davon gänzlich nichts mehr zu sehen ist. 

Wie eben erwähnt versteht sich so etwas von selbst. 

Nicht aber das verschiede Gäste im Laufe des Hochzeitstages auf die Fotografen zugehen und ihre persönlichen Änderungswünsche abliefern. Bei 500-700 Fotos dauert die Bearbeitung knapp 35 Stunden ohne die Retusche-Wünsche von Onkel Karl-Heinz und Tante Lisa zu berücksichtigen. 

Fassen wir zusammen:

  • Sprecht euch mit eurem Fotografen ab, ab wann er euren großen Tag begleitet und welche Details ihr eingefangen haben wollt. Ein guter Fotograf bespricht alle noch so kleinen Punkte mit euch und bittet euch u.a. um zusätzliche Accessoires fürs Storytelling. Das können für Detailaufnahmen beispielsweise Ohrringe, Manschettenknöpfe, das Lieblingsparfum oder einzelne Blüten eurer Blumendekoration sein.
  • Vorbereitung ist auch hier das A und O. Wer schöne Fotos möchte sollte darauf achten, dass die Räumlichkeiten, in denen fotografiert wird, keine unschönen Störecken beinhalten. Staubsauger, Bügeleisen und Co. sind Utensilien die den Haushalt bereichern, aber nicht zwingend eure Hochzeitsfotos. Und laut Jana kommen solch Störfaktoren leider öfter vor.
  • Falls ihr keine/-n Hochzeitsplaner/-in habt holt Angebote ein. Lasst euch beraten. Vergleicht. Schaut das ihr Komplettangebote habt und euch im Nachgang durch die Aushändigung von weiteren Motiven keine zusätzlichen Kosten entstehen. 
  • Die Persönlichen Retusche-Wünsche eurer Gäste gehören nicht in den eingerechneten Zeitaufwand eures Fotografen. Und auch eure Bearbeitungswünsche sollten im Vorfeld besprochen werden, falls ihr diese doch in größerem Maße wünscht. Denn eine Beauty-Retusche ist sehr zeitaufwändig. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0